Persönlich

Das Dilemma der Paffer

Zu Coronazeiten finden sich Raucherinnen und Raucher an Bahnhöfen in schwierigen Situationen.

Zu Coronazeiten finden sich Raucherinnen und Raucher an Bahnhöfen in schwierigen Situationen.

Mit dem Abstand halten im öffentlichen Verkehr ist das so eine Sache, vor allem wenn man zu den letzten der Spezies der dem Tabakrauch Verfallenen gehört. Die SBB haben sich ja lange vor Corona dem Plan verschrieben, nicht nur die Züge, sondern auch die Bahnhofareale weitgehend rauchfrei zu halten. Mit den Abstandsvorschriften wird das nun in Coronazeiten für die verbliebenen Raucher brandgefährlich, was der überwiegenden Mehrheit der Gesundheitsbewussteren wohl egal, aber wahrscheinlich auch gar nicht bewusst ist.

Dass sich die verbliebenen Raucherzonen bevorzugt in peripherer Lage befinden, wo auf den Perrons keine Überdachung mehr schützt, damit hat sich unsereiner ja längst zähneknirschend abgefunden. Aber es gilt auch: mit der Kippe auf keinen Fall weiter als zwei Meter vom Aschenbecher weg. In Kombination mit der Auflage, seinen Mitmenschen nicht näher als zwei oder neuerdings 1,5 Meter zu kommen, ist das fatal. Da beginnt schon ab zwei Paffern gleichzeitig die pandemiebefeuernde Massenparty am Aschenbecher, wird die Raucherzone definitiv zum Todesstreifen. Maskentragpflicht, wo der Abstand nicht eingehalten werden kann? Als Raucher am Bahnhof weiss man nicht so recht, ob man darüber lachen oder weinen soll.

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Autor

Urs Moser

Urs Moser

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