Persönlich

Briefflut der besonderen Art

Immer mehr Briefe von Hilfsorganisationen landen im Briefkasten. (Symbolbild)

Immer mehr Briefe von Hilfsorganisationen landen im Briefkasten. (Symbolbild)

Einen Brief zu erhalten, das war vor dem E-Mail-Zeitalter durchaus ein Grund zur Freude. Zumindest meistens. Aus dieser Zeit stammt denn auch die Empfehlung «Witt e Brief, so schrib e Brief!» Also: Willst Du einen Brief erhalten, dann schreib zuerst selbst einen. Und dieses Rezept funktionierte eigentlich ganz gut: Ich kann mich da an Briefe erinnern, die ... – aber lassen wir das, sonst wird das «Persönlich» zu persönlich.

Und heute? Wer schreibt heutzutage noch Briefe? Gut, die Steuerverwaltung tut es und die Motorfahrzeugkontrolle. Die Energielieferantin auch. Und die Krankenkasse sowieso. Und erst noch, ohne dass man ihnen zuvor als Vorleistung hätte ein Brieflein zukommen lassen müssen. Dass sich die Freude über deren Zusendungen in engsten Grenzen hält, sei hier auch nur ganz unter uns verraten.

Ach ja, und dann gibt’s da noch jene Briefflut der besonderen Art, die in der Vorweihnachtszeit über uns hereinbricht. Täuscht der Eindruck, dass es jährlich mehr Organisationen und Institutionen gibt, die um Gunst und Geld für ihre Hilfe zur Selbsthilfe bitten? Klar, die tun auch nur, was sie können und müssen. Aber wenn ich derzeit in den Briefkasten schaue, dann lautet mein akuter Reflex nur noch: «Hilfe, Hilfswerke!»

urs.mathys@chmedia.ch

Autor

Urs Mathys

Urs Mathys

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