Die Seminarmeile Solothurn, vor zehn Jahren ein Vorzeigemodell, hat ein Problem: Das Scharnier zwischen Landhaus und Seminarhotel Ramada, das Palais Besenval, klemmt, knarzt und quietscht vernehmlich. Es bräuchte dringend eine Ölung, damit das Gesamtkonstrukt der drei Häuser wie geschmiert läuft. Es fehlt derzeit ein Ansprechpartner für den Landhaus-Besitzer, die Stadt Solothurn. Und an einem klaren, erfolgversprechenden Konzept, das Palais ganzjährig auch als öffentliches Restaurant zu führen. So, wie es den Seminarmeile-Machern vor zehn Jahren vorgeschwebt ist.

Doch der Spagat zwischen einer hochstehenden, individuellen A-la-carte-Küche, wie man sie an diesem privilegiert gelegenen Ort erwartet, und einer qualitativ stets einwandfreien Bankett-Küche im Landhaus nebenan ist bisher nicht gelungen. Ist er sogar unmöglich? Das wäre bitter für Solothurn. Denn ein serbelndes Landhaus schlägt zurück auf alle: Weniger Buchungen im grössten Tagungs- und Bankettraum der Stadt bedeuten Umsatzeinbussen für die Hotellerie, Transportdienstleister, Zulieferer und Stadtgeschäfte.

So ist auch die harte Kritik von Stadtpräsident Kurt Fluri am Landhaus-Küchenbetreiber im Palais Besenval nachvollziehbar. Doch muss die Stadt jetzt mit Nachdruck dafür sorgen, dass die Hotelkette Ramada ihren Job in Solothurn seriöser macht. Denn in wenigen Monaten wird «La Couronne», die umgebaute «Krone», wieder am Markt sein. Und will 5 Mio. Franken Umsatz jährlich erzielen. Die man in Solothurn nicht einfach zusätzlich generiert. Sondern vor allem auf Kosten der andern – die Karten für Ramada, das Palais Besenval und das Landhaus werden also nicht besser.

 wolfgang.wagmann@azmedien.ch