Genau 4554 Männer und Frauen waren Ende Februar bei den Solothurner Arbeitsämtern als arbeitslos registriert. Das sind zweifellos 4554 Menschen zu viel. Denn hinter jeder nackten Zahl steckt ein Mensch, ein individuelles Schicksal. Deshalb gilt es, alle Anstrengungen zu unternehmen, um diese Zahl senken zu können. Doch die Monate seit Januar 2015 mit dem Wechselkursschock, den wirtschaftlichen und politischen Wirren in Europa, dem Bröckeln des chinesischen Wirtschaftswunders sowie der Flüchtlingskrise sind eine schlechte Phase, um das Steuer herumreissen zu können.

Insbesondere die Solothurner Wirtschaft mit ihrem hohen Anteil an exportorientierten Industriefirmen bekommt die Folgen nationaler und internationaler Entscheide und Entwicklungen zeitnah zu spüren. Allein ein Blick in die Exportstatistik genügt. Die Ausfuhren sind in den vergangenen Monaten regelrecht eingebrochen. Dagegen konnte sich die schweizweite Exportindustrie einigermassen halten. Vorab dank der boomenden Pharmaindustrie. In Solothurn mit der schwergewichtigen Präzisions- und Maschinenindustrie jedoch fehlt der Pharmaeffekt. Das Gefühl der Machtlosigkeit breitet sich aus. Das macht Angst.

Gleichzeitig gibt es zahllose Firmen mit loyalen und engagierten Mitarbeitenden, die sich dem hohen Wellengang anpassen und so überlebensfähig bleiben. Sie klagen nicht, sie handeln. Im Wissen, dass sie globale Entwicklungen nicht aufhalten können, sondern diese als Berg wahrnehmen, den es zu besteigen gilt. Ohne diese Teams wären weit mehr als 4554 Menschen ohne Arbeit. Das wiederum macht Hoffnung.

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