«La Focaccia» ist spezialisiert auf italienische Spezialitäten aus Ligurien. Chef Renato hat sich im «Il Grano» in Büren und im «Baracoa» die Sporen abverdient und Mitte Januar das Beizli übernommen und ausgebaut. Damit hat es sich aber auch schon weitgehend mit den positiven Nachrichten. Abgesehen von den Geschäftsbetrieben, die sich im immer härter werdenden Konkurrenzkampf gegen das Internet und die grossen Einkaufszentren vor den Toren der Nachbarstädte trotzdem noch in Grenchen behaupten können.

Sie scheinen ein Rezept gefunden zu haben. Denn andere haben die Segel gestrichen: Chopard Music ist von der Bettlachstrasse weggezogen und betreibt seine beiden Verkaufsgeschäfte, den Musikladen und den Drink Store, künftig nur noch im Einkaufszentrum Gäupark. Was also noch vor kurzer Zeit als Provisorium angekündigt wurde, als Ergänzung zum Standort Grenchen, ist nun ein Providurium geworden – ohne Standort Grenchen.

«Dauerleer» ist der alte Standort der CS am Marktplatz. Zwar sieht es dank der Werbung resp. des «Danke für Ihren Einkauf»-Klebers des Grenchner Gewerbeverbands am Fenster nicht ganz so leer aus, aber diese Liegenschaft an bester Lage wird noch jahrelang leer stehen, wissen Kenner der Materie.

Am selben Ort, ein Stock höher: das Café Märet, geschlossen. Seit Jahren. Kann sich überhaupt noch jemand daran erinnern? Ebenfalls leer steht das ehemalige SWG-Gebäude – hoffentlich nicht mehr lange.

Per Ende März will offenbar auch die Immobilienfirma Engels & Völkers an der Marktstrasse den dortigen Standort aufgeben: Wo früher Immobilieninserate ausgestellt waren, herrscht schon jetzt gähnende Leere. Desgleichen an der Ecke Kapellstrasse/Bettlachstrasse: Wo früher einmal die Redaktion des Grenchner Tagblatts beheimatet war, bot bis vor kurzem ein Treuhandbüro seine Dienste an. Jetzt sucht man neue Mieter. Immer noch zu vermieten ist der grössere Teil der Räume an der Marktstrasse, wo früher das Hi-Fi-Fachgeschäft Roth war.

Angeblich haben sich Interessenten die Räumlichkeiten zwar angesehen, aber offenbar bewegt sich hier nicht viel. Gleich nebenan das «Blackout»: Vielleicht der nächste Laden, der bald leer steht, sofern der Konzern keinen Investor findet.

Etwas mehr Bewegung gibt es hingegen weiter unten an der Bettlachstrasse neben Goldschmied Oliver Leuenberger: Dort, wo die 2011 verstorbene GVG-Präsidentin Brigitte Gürber ihre Boutique hatte, geben sich die Nachmieter förmlich die Klinke in die Hand: Nach einem Teppichhändler, der für kurze Zeit dort seine Geschäfte machte, konnte man Reisen in die Türkei buchen und Accessoires für Damen kaufen. Jetzt ist der «Manga Shop» eingezogen.

Viele Flaschen im Schaufenster und die Fotos im Schaukasten, dazu die thailändische Schrift, lassen vermuten, dass es hier weniger um Verkauf geht.

Einen längeren Atem scheint der neue indisch-skrilankische Laden an der Marktstrasse zu haben. Auffallend im Schaufenster ist die riiiesige, überdimensionierte Gewürzdose mit Curry, für einen Durchschnittsschweizer beinhaltet dieses Teil eine 10-Jahre-Ration. Für eine Familie aus dem asiatischen Raum dürfte die Menge knapp einen Monat reichen.

Aber – und das freut den Schreibenden besonders: Der Laden führt auch die PG Pyramid Teabags, einen englisch-indischen Schwarztee vom Feinsten. Und direktimportierten Reis, den richtig klebrigen, der sich perfekt formen lässt. Also wenigstens kulinarisch lässt sich Positives vermelden. Immerhin.