Der neue Solothurner Finanzausgleich schröpft die steuerstarke Gemeinde Däniken viel mehr als der alte: Ab 2020 wird sie rund 1,1 Millionen Franken mehr einzahlen müssen als noch im Jahr 2015. Das fassen manche Däniker als masslosen Raubzug auf – es wurmt sie, zu sehen, wie manche Nachbargemeinden jetzt jedes Jahr Millionenbeiträge aus dem Finanzausgleich erhalten.

«Jetzt reichts», sagten sich die Däniker Gemeinderäte und beschlossen: Unter diesen Umständen können wir nicht mehr freiwillig auf einen Drittel der Steuern des Atomkraftwerks Gösgen verzichten.

Die andern Gemeinden reagieren empört: Schon längst empfanden viele Niederämter den 40 Jahre alten Steuerverteiler als Frechheit, weil er Däniken allein zwei Drittel der AKW-Steuern zugestand. Wenn die «reichen» Däniker jetzt auch noch das letzte Drittel für sich behalten wollen, stösst dies rundum auf blankes Unverständnis.

Wird das Niederamt zum Neideramt? Der starre Blick aufs Geld droht den Blick aufs Wesentliche zu verstellen: Die Zusammenarbeit der Nachbargemeinden in Schule, Sozialhilfe, Asyl, Zivilschutz oder Jugendarbeit ist für die Einwohner in allen Gemeinden viel wichtiger als ein noch so ansehnlicher jährlicher Geldbetrag. Wer gemeinsame Lösungen aufs Spiel setzt, macht alle Niederämter zu Verlierern.