Selbstverständlich ist auch in helvetischen Landen gesellschaftlicher Druck kein Fremdwort. Doch unter dem Strich geniesst das Individuum ordentlich viel Spielraum, wenn es darum geht, ein Leben nach eigenen Vorstellungen zu führen.

Zuweilen führt dies dazu, dass Vorgaben des Staates als fromme Wünsche und nicht als verbindliche Verpflichtungen interpretiert werden.

Wenn sich Einzelmasken oder auch ganze Gruppierungen ein eigenes Weltbild zusammenschustern, ist allein daran noch nichts auszusetzen. Selbst wenn diese von noch so abstrusen Gedanken geleitet, respektive getrieben werden.

Denn unser Planet samt seinen Bewohnern ist und bleibt für viele ein Mysterium, was Suchende auch schon mal in die Irre führen kann. Wobei von Betroffenen nicht selten selbst Abwege als Pfade ins Paradies betrachtet werden. Was wiederum nicht zwangsläufig bedeutet, dass jeder Weg von «Normalos» ins Glück führt. 

Doch spätestens hier muss das Aber kommen: Auf seine eigene Fasson glücklich werden, kann in einem überaus dicht besiedelten Land nicht bedeuten, sich um sämtliche Regeln oder gar unliebsame Gesetze zu foutieren.

Die Kirschblütengemeinschaft weiss um ihr Provokationspotenzial und reizt Grenzen noch so gerne aus. Wo diese verlaufen, galt es nach einer Razzia in Lüsslingen zu klären. Bezüglich eines Teilaspektes musste gar das Bundesgericht ran. Nicht das Jüngste Gericht, lediglich das höchste Schweizer Gericht. Das dürfte hoffentlich reichen.

theodor.eckert@azmedien.ch