Persönlich

Achtung, bitte, gefährlicher Unfug

Die Schneefallgrenze sank am Wochenende erstmals unter 2000 Meter. (Archiv)

Die Schneefallgrenze sank am Wochenende erstmals unter 2000 Meter. (Archiv)

Seit Wochen wird das Ende des Sommers angekündigt. Gekommen ist es nicht. Oder etwa doch? Als ich es am Sonntag wagte, einen Blick aus dem Fenster zu machen, überkamen mich Zweifel. Bindfäden regnete es. Die Sommerblumen auf dem Balkon trotzten. Doch am Abend liessen sie die Köpfe hängen. Bitte, lieber Sommer, geh’ noch nicht!, betete ich zum Himmel. Weil der Winter so lang, so dunkel, so schwer ist.

Nun, Hoffnung machte mir das Bild, das mir ein Kollege aus dem Bündnerland schickte. Es zeigte ein Auto, das mit 30 Zentimeter Schnee bedeckt war. Kommentar: «1800 Meter über Meer, erster Schnee im Herbst. Aber keine Sorge: Der vergeht wieder!».
Seine Worte in Petrus’ Ohr dachte ich mir. Doch so ganz sicher war ich mir nicht. Und fragte zurück: «Machst Du jetzt einfach Zweckoptimismus für mich? Oder glaubst Du wirklich daran?» Antwort: «Nichts mit Schönrednerei! Wenn der Winter wirklich schon da wäre, hätte ich es nicht mit Sommerpneus wieder ins Unterland geschafft!»

Das leuchtete mir tatsächlich ein. Und ich dachte für mich: Solange die Automobilisten mit Sommerreifen unterwegs sind, muss ich mir keine Sorgen um das vorzeitige Ende des Sommers machen. Und sollte die Bundesstelle für Unfallverhütung nun den Eindruck haben, mich vor der Verbreitung von gefährlichem Unfug zu warnen: Hier schreibt ein vollkommen ahnungsloser Nicht-Autofahrer.

balz.bruder@chmedia.ch

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Balz Bruder

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