Elsässli-Gärten

50'000 Franken für ein bisschen Erde

Ein Bagger in einem der Elsässli-Gärten.

Ein Bagger in einem der Elsässli-Gärten.

Der erste Garten im Derendinger «Elsässli» ist saniert worden. Was bleibt, ist ein zwiespältiges Gefühl.

Knapp zwei Tage dauerte es, die mit Schadstoffen belastete Erde aus dem Garten an der Krempelgasse 9 in Derendingen zu entfernen. Ein Tag reichte, um unbelastete, saubere Erde einzufüllen. Kostenpunkt für das bisschen Arbeit – eine Summe zwischen 50 000 bis 70 000 Franken.

Nein, nein. Der Unternehmer hat sich keine goldene Nase verdient. Die Kosten für seine Arbeit rechnen sich nach den üblichen Ansätzen. Teuer ist die Entsorgung des belasteten Bodens. Zahlen müssen dies die Eigentümer der Gärten. Keiner von ihnen hat Schuld daran, dass die Böden mit polycyclischen aromatischen Kohlenwasserstoffen belastet sind. Die meisten kannten wohl nicht einmal den Namen dieses Schadstoffes, bevor er in ihren Gärten gefunden wurde. Aber alle tragen die Folgen. Die Gärten können nicht mehr genutzt werden und ein Eintrag im Grundbuch vermindert den Wert des Eigentums massiv.

Dass sich bisher nur eine Familie dazu entschlossen hat, den Garten zu sanieren, verwundert nicht. Die Kosten sind happig und der Aufwand zum Erstellen des Baugesuches ist enorm. Es bleibt ein ungutes Gefühl und die Frage, wieso die Eigentümer die gesamte Sanierung aus dem eigenen Sack bezahlen müssen. Da nützt auch der Verweis auf Gesetze und Verordnungen nichts. Die Entsorgung des Drecks, den eine ehemalige chemische Reinigung in Zuchwil hinterlassen hat, wird durch die Allgemeinheit, sprich den Altlastenfonds, finanziert. Für die denkmalgeschützten Elsässli-Gärten gibt es nichts, so das Bundesgericht. Das verstehen nach wie vor viele nicht.

rahel.meier@azmedien.ch

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