Theo meckert

Wer lauert wohl hinter dem nächsten Baum?

Für die schreibende Zunft sind Leserreaktionen durchaus hilfreiche Pulsmesser, was den Inhalt angeht.

Nun ist jedoch etwas höchst Skurriles passiert: Mittels einer Mail hat Leser A.F. meinen eigenen Puls im ersten Moment in bisher unerreichte Höhen schnellen lassen. Er schreibt: «Joggen soll doch etwas Erholsames sein, man kommt müde, aber zufrieden zurück (mit Handy?). Ich würde es einmal OHNE Ihr Handy versuchen. Es geht, in dieser Zeit FREI zu sein. Unerreichbar sein, für einen kurzen Moment. Probieren! Aller Anfang ist schwer.»

Verflixt und zugenäht. Ich werde beim Dauerlauf observiert und danach gar noch getadelt. Wer A.F. ist? Keine Ahnung. Er hat allerdings auch keine Ahnung. Vielleicht lag zu Hause gerade ein Meerschweinchen im Sterben, möglicherweise musste ich für unseren Sonderkorrespondenten auf Maupiti erreichbar sein, oder ein Blitzschlag drohte, die Druckerei lahmzulegen. Hätte ja alles sein können, lieber A.F. Doch Sie können unbesorgt sein, das Handy war nämlich ausgeschaltet und diente bloss als Griffobjekt. In der anderen Hand drückte ich auf dem Schlüsselbund herum. Zu wenig genau hingeschaut, was? Ich brauche diesen Widerstand einfach beim Rennen. Die beiden üblichen «Drück-Rennhölzer» vor der Haustüre waren nämlich verschwunden und in der Eile griff ich zu den erstbesten Ersatzgegenständen. Sollten wir uns wieder einmal begegnen, achten Sie bitte auf beide Hände und lassen sich überraschen: Vielleicht versuche ich es mal links mit einer halben Gurke und rechts mit einer Kerze.

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