Theo meckert

Weisse-Weste-Strategie

Reden wir doch wieder einmal über Manager von Grosskonzernen. Nicht zu verwechseln mit Unternehmern, die tatsächlich etwas unternehmen, das Risiko tragen und letztlich auch hinstehen, wenn etwas schiefgeht.

Keine Frage, Manager stehen selbstverständlich auch hin, wenn der Karren im Schlamm stecken bleibt, wenn es zu Schlammschlachten kommt. Als Erstes betonen sie in solchen Fällen, dass sie mit dem Schlamassel sicher nichts zu tun hätten. Ihre Weste sei weiss - da kann es noch so heftig spritzen und pflotschen.

Selbst wenn sich das eigene Unternehmen verbotener Machenschaften für schuldig erklärt hat. Als Nächstes wird die Verantwortung kaltschnäuzig nach unten weitergereicht. Aber sicher, schuld sind einzig die Mitarbeiter, die im luftleeren Raum, völlig aus eigenem Antrieb so Sachen gemacht haben. Und womit war derweil der Obermanager beschäftigt? Hat er bereits nach einer noch besser «bonisierten» Stelle mit null Risiko Ausschau gehalten? Wir haben das Naturgesetz des Spitzenkapitalismus gelernt: Wer derart viel Verantwortung trägt, zuallerletzt an sich selber denkt, der hat in jedem Fall Anrecht darauf, vergoldet zu werden. Wer das nicht begreift, ist ein Miesepeter der Neidgesellschaft. Nicht zu beneiden sind allerdings die kleinen Angestellten der Herren mit den weissen Westen. Ein kleines Sparprogrämmli gefällig? Irgendwer muss die Milliardenbusse ja ausbaden.

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