Theo Meckert

Weichgespülter Haudrauf

Wie doch das Leben manchmal so spielt. Schön spielt, versöhnlich gar.

Da schreibt ein frustrierter Pädagoge (das soll schon mal vorkommen und beileibe nicht immer zu Unrecht) einen ellenlangen offenen Brief an seinen Regierungsrat und schickt diesen Zeilen gleichzeitig in der halben Weltgeschichte herum. Der unverschlossene Brief landet selbstverständlich auch bei den Medien, die ihn doch gefälligst noch weiter öffnen sollen. Was manchmal auch ganz gerne geschieht. Nicht jedoch im vorliegenden Fall. Nun, der frustrierte Pädagoge ist immerhin bis zu seinem Regierungsrat vorgedrungen und siehe da, das Treffen hat Wunder gewirkt. Wurde zuvor dem Bildungsminister und der Politik der letzte gute Faden ausgerissen, lobte danach ein gewandelter, hyperempathischer Briefschreiber in einem offenen Mail: «Bei diesem Gespräch habe ich den abtretenden Regierungsrat als aktiven Zuhörer und sehr angenehmen Gesprächspartner erlebt, dem ich auf diesem Wege nochmals dafür danken möchte, dass er sich die Zeit für diesen Austausch genommen hat. Ich hoffe, dass er in seinem dritten Lebensabschnitt dann wirklich die Zeit haben wird, um die Dinge tun zu können, auf die er sich freut (was war denn bis jetzt? Die Red.) und wünsche ihm von Herzen alles Gute.» Wer sagt’s denn: Mi mues haut mängisch rede mitenang.

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