Männer ... sie haben es wirklich nicht immer einfach im Leben. Nein, liebe Frauen, jetzt bitte kein Aufschrei. Das trifft selbstverständlich auch auf euch zu. Aber um die viel beschworene totale Ausgewogenheit geht es für einmal nicht. Das Thema ist zudem ein Leiden, dem Menschen mit zwei X-Chromosomen eh weit weniger unterworfen sind. Wer jedoch wie wir Männer noch ein Y-Chromosom mitbekommen hat, ist zu oft und zu hilflos ausgeliefert: Dem Gockeldasein. Grösser, höher, weiter ... puh ... und natürlich schneller! Immer und überall.

Nennen wir ihn Hugo (ziemlich dämlicher Vorname, passt also gut). Er fährt respektive lungert mit seinem Elektrobike stolz auf asphaltierter Strasse der lieblichen Solothurner Aare entlang. Der hat bestimmt keinen 20er auf dem Tacho (den hat er, unübersehbar im Lenkerzentrum). Stillstehen mag ich nicht. Ob ich will, oder nicht, ich gleite an ihm vorbei. Mit einem füdlinormalen Stadtvelo. Ein Überholmanöver ohne Tretunterstützung. Welche Schmach für Flyer-Hugo. Der leicht ergraute Pedaleur (das ist er, unübersehbar unter dem Sporthelm) tritt voll in die Pedale, lässt seine Elektrokraft voll spielen. Auf gleicher Höhe angelangt, kommt meine Muskelkraft ins Spiel, so nicht mein Lieber. Flyer-Hugo kommt nicht auf Anhieb vorbei. Keuch, keuch. Mein X-Chromosom hat ein Einsehen. Tschüss Hugo, pass auf, dort vorne liegt ein abgebrochener Ast auf der Strasse ...