Es geht um fadengerade, demokratische Politik. Es kommt nämlich gleichzeitig wählen: Am 3. März geht es bei uns bekanntlich um Regierung und Parlament und am 4. März in Ostafrika um die Präsidentschaft. Ja und, wo liegt denn da bitteschön das verbindende Element? Gemach, gemach, es lohnt sich durchaus, näher hinzuschauen und sich darüber Gedanken zu machen. Der Ältestenrat der Kikuyus, also des grössten Stammes des Landes (die Rede ist demnach nicht von Solothurn), hat nämlich ein Sex- und Alkoholverbot für die Zeit vor den Wahlen erlassen.

Sie haben richtig gelesen. Konkret: Für mindestens zwölf Stunden vor dem Urnengang soll Enthaltsamkeit angesagt sein. Doch, doch es scheint, dass der Zusammenhang nicht zu unterschätzen ist. Es geht schlichtweg um die Wahlbeteiligung. Befürchtet wird, dass sexuelle Handlungen und Alkoholgenuss viele von den Wahllokalen fernhalten würden. Auf dem Schwarzen Kontinent. Richtig: Bei uns bleiben in der Regel auch so um siebzig Prozent der Wahlberechtigten zu Hause.

Das dürfte wohl aber eher andere Gründe haben. Entsprechend trockener würde die Enthaltsamkeitsliste unseres Ältestenrates ausfallen. Doch vielleicht müsste man hierzulande den Spiess auch ganz einfach umdrehen und eine Wahl-Genuss-Aufforderung herausgeben. So kämen wenigstens eine Prise Lust und ein Hauch von Spass in den Solothurner Wahlkampf. Und in den Wahllokalen würden sich statt wenigen verloren-griesgrämigen, viele beschwingt-fröhliche Menschen auf den Füssen herumstehen.