Ein Auto-Aufbruch und ein Einbruch ganz in der Nähe des Chästags passierten am gleichen Abend des 4. September, als sich das Volksfest in der Solothurner Vorstadt dem Ende zu neigte. Fest steht nur: Bei beiden Delikten kam viel vom Chästag-Erlös abhanden. Beim Einbruch im Haus des Münzchefs waren es OK-Gelder, beim Auto-Aufbruch offenbar solche eines Standbetreibers. Ansonsten ist einiges ungeklärt. So, ob beide Delikte in einem Zusammenhang stehen. Oder – die drängendste Frage: Wie kam das Wissen zustande, wo an diesem Abend Abertausende von Franken Beute zu machen sind? Waren Profis von auswärts unterwegs? Oder – der Super-GAU – sogar Chästag-Insider?

Ein äusserst heikler Punkt. Der Chästag ist ein gelungener, beliebter und liebevoll organisierter Anlass, der auf Begeisterung auch beim städtischen Publikum stösst. Ein Anlass, der Solothurns Vorstadt für einen Tag genau jenes Leben einhaucht, das ennet der Aare so oft vermisst wird. Der jetzige finanzielle Verlust darf und kann nicht der Anlass sein, den Chästag aufzugeben. Geld lässt sich beschaffen. Entscheidender ist jedoch, wer dies tut oder Geld gibt. Die ungeklärten Umstände zu den abhanden gekommenen Einnahmen sind eine Hypothek für die bisherigen Macher. Können noch alle allen vertrauen? Und ihnen allen auch neue und bisherige Geldgeber? Deshalb ist wohl ein neu besetztes OK der beste Weg, nicht nur die finanziell entstandenen Löcher des Chästags zu schliessen.