Das verlangt das neue Raumplanungsgesetz. Handelt es sich um Schutzgebiete, muss noch genauer hingesehen werden.

Solche Eingriffe sind der Windpark und die Pistenanpassung. Damit habe ich mich in den letzten Jahren an Informationsveranstaltungen, Mitwirkungen und Gesprächen auseinandergesetzt.

Zum Windpark: ⅔ des Strombedarfs aller Haushalte und Gewerbebetriebe in Grenchen könnten mit dem Strom aus den 6 Windenergieanlagen gedeckt werden. Die Grünliberalen stehen grundsätzlich ein für erneuerbare Energien, doch nicht um jeden Preis. Der Windpark wurde zwar vorbildlich aufgegleist, vielen Anliegen wie beispielsweise der Flora wurde Rechnung getragen.

Trotzdem gibt es noch Verbesserungspotenzial: Die Kretenlage von 3 der 6 geplanten Windenergieanlagen widerspricht dem Kapitel VE-2.6 des Kantonalen Richtplans. Zudem wurde auf Stufe Nutzungsplanung keine Interessenabwägung vorgenommen.

Die Ersatzmassnahmen für Vögel und Fledermäuse sind ungenügend. Birdscan, eine Art Vogelradar, ist zwar hilfreich, deckt aber nur einen kleinen Teil der Problematik ab. Es ist ein Pilotprojekt, das heisst, es gibt noch keine aussagekräftigen Zahlen im Zusammenhang mit Windparks und Vogelschlag. Als Ersatzmassnahmen wie eine Aufwertung oder Anpassung der Landschaft für die bedrohte Heidelerche müssten einige Vegetationsperioden im Voraus umgesetzt werden, denn eine Landschaft kann man nicht von heute auf morgen verändern.

Zur Pistenanpassung:
In Bezug auf die Pistenanpassung wage ich zu behaupten: Dem Flughafen geht es vor allem darum, ein neues Standbein zu errichten. Grössere Jets sind wegen höherer Lande- und Starttaxen einträglicher. Die Treibstoffverkäufe nähmen zu. Ein Beispiel: Am 2.7.2015 besuchte der Gesamtbundesrat die Stadt Biel. Ab Grenchen flog die Landesregierung mit 3 Superpumas dann weiter ins Tessin. So wird es in Zukunft sein: Grosse Jets kommen von überall her, laden Leute auf oder ab und verschwinden wieder. Was bringt das der Stadt Grenchen?

Viele bekennen sich zum Flughafen, ich mich auch. Er ist, wie er ist und soll so bleiben. Eine Verlängerung von 450 m käme ganz in die kantonale Witischutzzone zu liegen. Der Grenchner Wititunnel wurde unter der Bedingung gebaut, eine Schutzzone (Kosten: 160 Millionen) zu errichten. Bis heute liegen keine brauchbaren Ersatzmassnahmen auf dem Tisch. Wollen wir 100 000 Quadratmeter oder die Fläche von 10 Fussballfeldern opfern? Ich weiss, dass es nicht nur Befürworter gibt. Deshalb werde mich weiterhin dafür einsetzen, dass die Witischutzzone nicht für ein Einzelinteresse herhalten muss.

* Nicole Hirt, Kantonsrätin und Präsidentin der Grünliberalen Grenchen.