Und zwar durchwegs mit sehr komfortablen Mehrheiten, wie gestern mit drei Viertel Ja-Stimmen. Ebenfalls eine Gemeinsamkeit der drei Vorlagen: Keiner erwuchs offiziell Opposition. Über die Notwendigkeit der drei Projekte wurde schon gar nicht debattiert, über die hohen Kosten allenfalls hinter vorgehaltener Hand. Einig waren sich mit Stadtpräsident Kurt Fluri alle Parteien: Das brauchen wir, wollen wir und – bezahlen wir auch.

Denn Solothurn geht es gut, sehr gut. Immer noch. Auch Kurt Fluri sieht den Finanzhimmel eher wieder rosa, statt tiefrot. Es tut einfach nicht weh, viel Geld auszugeben, solange man genug davon hat. Die drei Abstimmungen fanden statt mit 30 Mio. Franken Eigenkapital im Portemonnaie und ebenso vielen Millionen an Vorfinanzierungen. Kein Urnengang musste mit dem Gespenst einer Steuererhöhung im Hintergrund durchgefochten werden. Ein Gespenst, das bei vielen Stimmberechtigten die Nerven ins Flattern bringt. Lohn-Ammannsegg hat es gestern bewiesen: Dort schickte der Souverän die neue Sporthalle mit einer vernichtenden Mehrheit bachab. Sollten aber die Schwarzseher zum Solothurner Finanzplan recht behalten, dann könnte auch in der Stadt bald ein rauer Wind bei künftigen Entscheiden zu neuen Investitionen wehen. Würde dann in wenigen Jahren ein Stadttheater noch kritiklos so umgebaut wie heute?