Festtage. Kommt ja von Fest. Doch Feste feiern wie sie fallen, einfach so aus dem Nichts, die fallen durch. Feste wollen vorbereitet, zelebriert werden. Deshalb fängt Weihnachten für das richtig grosse Christkindli ungefähr eine Woche vor Heiligabend an. Das Opfer dafür sind einige Ferientage. Solche, die man ohnehin bis Ende Jahr kaum wegbringt. Sie zahlen sich aus, in jeder Hinsicht. Sicher, das Tagesprogramm ist intensiv. Einkaufslisten schreiben, länger als die Kinder Wunschzettel ans Christkind. Die Schlacht um den Parkplatz. Macht fast Spass, wenn man Zeit hat. Christbaum-Auswahl beim Händler des Vertrauens. Da darf eine Stunde drauf gehen für den perfekten Nadelträger. Auch ein halbes Stündchen für den Glühweinplausch mit der Kollegin, die ebenfalls ein Tännchen braucht.

Und dann die langen Nachmittage in der Küche. Im Radio dudeln die Christmas-Evergreens rauf und runter, während es an den Hühnerfond für den Truthahn und dessen Füllung geht; Fischgräten gesotten werden für den Neujahrsempfang mit einer ligurischen Fischsuppe. Das Suppenhuhn wird integral in einer Terrine verköchelt, das Knödelbrot fein geschnitten. Die letzten Geschenke unter den inzwischen aufgemotzten Baum und den Roten vorsichtig entkorkt. Ein Gläschen Weissen zum Apero darfs schon sein. Alles schön peu à peu – Mann hat ja alle Zeit der Welt.
Darum ist das Christkind ein Neutrum. Frauen lasst es zu. Und Männer: Ab an den Herd! Es macht Spass - absolut.

Nur eines fehlt: Leise rieselt der Schnee - halt schon wieder nicht.