Als Student wurde Nima Pour Yakub im Iran verhaftet, weil er öffentlich das Regime kritisierte. Zu sechs Jahren Haft verurteilte ihn ein Scharia-Richter. Der heute 28-Jährige landete im Gefängnis und verharrte dort unter widrigsten Umständen. Als politischer Häftling hätte er stets mit dem Schlimmsten rechnen müssen. Er dachte damals, das Leben sei vorbei.

Doch Nima gelang die Flucht. Über Umwege kam er in die Schweiz und fand sich zwar sicher, aber mittel- und perspektivlos als Asylsuchender in einem Zivilschutzbunker in Solothurn. Noch vor drei Jahren konnte er kein Wort Deutsch. Heute spricht er fast fehlerfrei und studiert Waldorfpädagogik. Er wird bald als Lehrer an einer Rudolf-Steiner-Schule arbeiten.

Nimas Geschichte macht Mut. Und zwar für all jene, die glauben, das Schicksal hätte sie kaum härter treffen können. Ein amerikanischer Schriftsteller schrieb einst, «man kann vernichtet werden, aber man darf nicht aufgeben». Daran hielt sich Nima. Gewiss, er hatte auch Glück. Doch nicht Glück allein hat die positive Wendung herbeigeführt. Vielmehr waren es seine Entscheidungen. Nima hätte auf das Risiko der Flucht verzichten können. Er hätte nicht an die Steiner-Schule gehen müssen, um über die Menschenrechtslage im Iran zu referieren. Und er hätte sich als studierter Maschineningenieur nicht noch mal durch den Schulstoff kämpfen müssen, um ein weiteres Studium aufzunehmen.

Diese Geschichte zeigt: Wer Glück will, muss sich zum Handeln entscheiden. Wer sein Schicksal passiv hinnimmt, dem kann auch nichts Positives widerfahren.

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