Die SVP ist ohne Zweifel die grosse Siegerin der letzten Parlamentswahlen. Dazu kann ich nur gratulieren. Wir von der BDP mussten wie alle Mitteparteien in fast allen Kantonen Verluste hinnehmen.

Immerhin konnte die BDP Kanton Solothurn 3,42 Prozent Wähleranteil erzielen. Es ist jedoch klar, dass auch die BDP Kanton Solothurn lieber Anteile gewinnt als verliert. Es ist uns ganz klar nicht gelungen, den Wählern aufzuzeigen, dass die BDP ein klares Programm hat und dieses konsequent verfolgt.

So setzt sich die BDP schon seit Jahren mit konkreten Lösungsvorschlägen für die Energiewende ein und arbeitet intensiv an mehrheitsfähigen Lösungen im Bereich Altersvorsorge mit. Auch der Bereich Raumplanung ist der BDP ein wichtiges Anliegen, welches ebenfalls im Parteiprogramm niedergeschrieben ist.

Walter Wobmann behauptet in seinem Gastkommentar, die BDP sei von den Medien hochgejubelt worden. Sämtliche Medienstatistiken widersprechen ihm. Weiter behauptet er, dass nur die SVP richtige Politik mache.

Die einzigen Themen, welche die Schweiz beschäftigen, seien jene, welche die SVP in ihrem Parteiprogramm aufgeführt hat. Man kann also nur richtig politisieren, wenn man die Einwanderung massiv begrenzt und die Flüchtlinge gar nicht erst in unser Land lässt.

Auch uns sind diese Themen sehr wichtig und so hat die BDP zur verträglichen Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative mehrere Vorstösse eingereicht. Sie forderte darin unter anderem die Förderung inländischer Arbeitskräfte und eine verbesserte Wiedereingliederung von Frauen in den Arbeitsmarkt.

Der SVP ist es egal, ob die Wirtschaft in Zukunft noch genügend Arbeitskräfte bekommt. Die enorme und schon fast unvorstellbare Flut von Menschen auf der Flucht gibt uns ebenfalls zu denken.

Dieses Problem kann jedoch die Schweiz unmöglich alleine lösen. Die Schweiz muss dabei versuchen, mit der EU, und meiner Meinung nach auch mit den USA, das Problem gemeinsam zu lösen. Eines sollte bei der Flüchtlingsdebatte jedoch auch die SVP nie vergessen: Flüchtlinge sind Menschen!

Richtige Politik heisst in den Augen von Walter Wobmann wohl auch, dass sich unser Land mehr und mehr abschotten und zugleich die Energiewende verhindern soll, damit wir weiterhin von Atomstrom oder schmutziger Energie aus dem Ausland abhängig sind.

Andere Themen wie die Altersvorsorge kämen dann in der richtigen Politik gar nicht vor. Dieses Thema ist zwar äusserst wichtig, bringt jedoch keine neuen Wähler.

Vielmehr geht es wohl darum zu erkennen, was den Wählern (nicht zu vergleichen mit den Einwohnern) am Herzen liegt und zu bestätigen, dass man diese Probleme erkannt hat.

Diese Probleme zu lösen scheint jedoch eher Nebensache zu sein. Es braucht in der heutigen Zeit schon viel Mut hinzustehen, um auch die weniger populären, aber nicht minder wichtigen Probleme anzupacken und dabei zu riskieren, dass man keine politischen Lorbeeren erntet.

Richtige Politik kann nämlich nicht bedeuten, dass man die Zuwanderung stoppen will und dann im gleichen Atemzug den Ärztestopp abschafft, welcher den ausländischen Ärzten die Zulassung erschwert.

Oder, dass man im Wahlkampf verspricht, sich für die Bauern einzusetzen und dann auf der anderen Seite das grossflächige Zubetonieren der Lebensgrundlage eines Bauern unterstützt.

Wenn das also die richtige Politik für unser Land sein soll, dann bin ich stolz darauf, zusammen mit der BDP keine richtige Politik zu machen. Denn uns geht es um Lösungen, nicht um Wähleranteile.

*Markus Dietschi, Präsident der BDP Kanton Solothurn, Selzach