Wenn ich fürs Sportprogramm aufs Velo steige, um tüchtig in die Pedale zu treten, dann bin ich gut bedient, funktionale, atmungsaktive Kleidung zu tragen. Es lässt sich besser darin schwitzen. Desgleichen beim Joggen oder Wandern. Aber ich werde manchmal den Verdacht nicht los, man ziehe diese Kleider nicht bloss deshalb an, weil sie angenehm zum Tragen sind, sondern weil man sonst nicht dazugehört. Ohne Outdoor-Kleidung würde man quasi zum Outsider. Also passt man sich dem Anlass respektive den Gepflogenheiten an.

Szenenwechsel: In der Kirche findet ein Abdankungsgottesdienst für einen lieben Bekannten statt. Die Teilnahme bedeutet zum einen, man ist diesem Menschen zu Lebzeiten mit Respekt begegnet, hat ihn geschätzt. Zum andern bezeugt man

Anteilnahme gegenüber den Hinterbliebenen. Hier bei der Abdankung spielt es offenbar keine Rolle, in was für Klamotten man daherkommt. War einem der Verstorbene also doch nicht so viel wert? Reichen ein verwaschenes T-Shirt und eine ausgebeulte Jeans?

Nein, Krawatte für den Herrn oder schwarzes Kleid für die Dame ist keineswegs gefordert. Aber ist es zu viel verlangt, sich dem Anlass entsprechend zu kleiden, so wie wir bei einer Tour auf dem Bike Wert darauf legen?

Noch mehr Beobachtungen dieser Art brauche ich nicht aufzuzählen. Sie können sie selber machen, Gelegenheit dazu gibts reichlich im Stadttheater, im Konzertsaal, beim Abendessen im gediegenen Restaurant usw. usw.