Kommentar

Unter der Matratze ist der falsche Platz

Das Geld vermehrt sich nicht gross auf dem Konto.

Das Geld vermehrt sich nicht gross auf dem Konto.

Die Sparzinsen sind so tief, dass der Normalsparer auf seinem Geld bei der Bank kaum einen Ertrag erhält.

Es ist paradox: Da legen wir unser hartverdientes Geld den Banken vertrauensvoll in den Schoss. Wir erhoffen uns, dass sich das Geld dank den Sparzinsen stetig vermehrt, um uns Ferien oder sonst eine langerträumte Anschaffung leisten zu können. Doch heute gilt die Formel – ich gebe der Bank Geld und erhalte dafür einen Zinsertrag – nicht mehr. Im Gegenteil. Nach Abzug von Spesen und Gebühren bleibt praktisch nichts mehr übrig oder im schlimmsten Fall schmälert sich das Guthaben.

«Die Geld- und Kapitalmärkte spielen verrückt», bringt es ein Banker auf den Punkt. Im Kampf gegen den harten Franken zieht die Nationalbank alle Register, unter anderem drückt sie das generelle Zinsniveau auf unter null. In diesen turbulenten Zeiten gilt es für den Normalsparer, kühlen Kopf zu bewahren. Keine Lösung ist es, das Geld unter der Matratze zu horten statt auf dem Sparkonto anzulegen.

Jeder Haushalt funktioniert finanziell wie eine Kleinfirma. Die Einnahmen landen auf dem Lohnkonto, die Ausgaben müssen bezahlt werden. Die Bank führt Transaktionen aus, Zahlungen erledigen wir mit Kredit- oder Debitkarten. Das alles kostet, und zwar unabhängig von der Höhe des Geldbetrages auf Privat- und Sparkonten. Und diese Anlageform ist praktisch risikolos.

Gar eine gute Nachricht gibt es für Sparer. In früheren Jahren lag der Zins zwar bei gegen fünf Prozent, dafür war die Inflation hoch und der Zinsertrag war real gleich null. Heute liegt die Inflationsrate unter der Sparzinsen. Real bleibt also doch noch etwas übrig.

franz.schaible@azmedien.ch

Autor

Franz Schaible

Franz Schaible

Meistgesehen

Artboard 1