Ganz Solothurn muss schleunigst evakuiert werden. Und dann das: Ein riesiger Ausbruch begräbt die schönste Barockstadt der Schweiz binnen Stunden unter einer dicken Ascheschicht. Natürlich trauen wir der unschuldigen Hasenmatt solches nicht zu, aber es wäre jetzt einfach mal so.

2000 Jahre später erst sind die vulkanischen Aktivitäten so weit abgeflaut, dass neugierige Wissenschafter wissen wollen, wie es im schweizerischen Pompeji ausgesehen haben mag. Dieses blühende Städtchen in der fortschrittlichen Zeit der sogenannten ersten Moderne. Man gräbt. Und stösst auf Erstaunliches: So reich und wohlhabend wie vermutet waren die damals hoch entwickelten Schweizer gar nicht gewesen. Denn in den völlig intakt gebliebenen Häusern, wo noch löchrige Jeans mit Preisschildern an den Kleiderbügeln hängen oder nicht mehr gespülte Biergläser auf dem Tresen stehen, tun sich Abgründe auf. Überall fehlt an mehr schlecht als recht gemauerten Wänden mit Ziegelresten, eingemörtelten Balkenresten und roh behauenen Steinklumpen der Verputz.

Stehen das «Salzhaus», «Solheure», die «Gassbar», «Barockbar», das «Solaare», die Boutiquen Clochard und Bayard für einen abrupten Niedergang der Zivilisation anfangs des dritten Jahrtausends? Nein, liebe Wissenschafter. Roh war einfach chic.