Die vergangene Silvesternacht bleibt nicht nur mir in unguter Erinnerung. Stellen Sie sich vor, ihr Haus oder ihre Wohnung brennt und ringsum steigen Feuerwerksraketen in den Nachthimmel. Genau das ist während des Grossbrandes der ehemaligen Schreinerei Rütti AG passiert.

Während auf dem ehemaligen Sägerei-Areal ein wahres Flammeninferno herrschte, wurden dessen ungeachtet in unmittelbarer Umgebung munter unzählige Feuerwerkskörper abgebrannt. Ein Affront gegenüber den zahlreichen Feuerwehrleuten, die unter schwierigsten Bedingungen ihren Einsatz leisten mussten und zum Teil prekäre Situationen zu meistern hatten. Eine Rücksichtslosigkeit auch gegenüber den Eigentümern, welche mit ansehen mussten, wie ihr Lebenswerk ein Opfer der Flammen wurde. Die Urheber der Knallerei scheinen den Grossbrand mit einem
1.-August-Feuer verwechselt zu haben. Falls sie aber mit ihrem Feuerwerk demonstrieren wollten, dass das Leben trotzdem weitergehe, wäre dies ein pietätloses Zeichen gewesen. Das Abbrennen von Feuerwerk im Dorfkern während des Brandes in der Silvesternacht war einfach deplatziert und beschämend!

Das Veranstalten von Feuerwerken bei verschiedensten Anlässen ist schon fast zur Tradition geworden. Man kann darüber geteilter Meinung sein. In jedem Fall aber sollte vor dem Steigenlassen von Raketen eine Abwägung gemacht werden zwischen dem Vergnügen der Verursacher und der Beeinträchtigung der betroffenen Umgebung. In oben geschildertem Fall stand wohl eher der Egoismus im Vordergrund.

* Der Autor ist freier Mitarbeiter dieser Zeitung und wohnt in Balsthal