Das war ein hochemotionaler und spannender Dienstagabend. Und ein gewaltiges Debakel für die Initianten einer Fusion Solothurns mit seiner Umgebung. Doch der Reihe nach: Um gegenseitigen Beeinflussungen die Grundlage zu entziehen, wurden die Gemeindeversammlungen terminlich synchronisiert.

Damit konnten die Bürgerinnen und Bürger der fünf betroffenen Kommunen frei über das Schicksal der umstrittenen Grossfusion Solothurn befinden. Die Ausgangslage war einfach und klar: Eintreten bedeutete, Top 5 wenigstens an der Urne im Februar eine Chance zu geben – mit einer Verweigerung hat man nicht bloss dem Leader Solothurn, sondern dem gesamten Mehrgenerationen-Projekt die kalte Schulter gezeigt.

Oder im Klartext: Macht was ihr wollt, ohne uns. Das erste Njet kam aus Derendingen. Es überraschte nicht, nachdem sich bereits der Gemeinderat lediglich hälftig für eine Fusion erwärmen konnte.

Der nächste Hammer dann aus Biberist. Einer Gemeinde, der man ein Ja zugetraut hätte, was im Hinblick auf eine kleine Fusion positiv gewesen wäre. Dann doch noch ein Lichtblick: Zuchwil will die Brücken nicht verfrüht abbrechen. Doch unmittelbar danach ein erneuter Tiefschlag: ein Nein danke aus Luterbach.

Nach dem erwarteten Ja von Solothurn ist entschieden, dass es allenfalls zu einer gewöhnlichen Fusion von Gemeinde A mit Gemeinde B kommen könnte. Mit Betonung auf könnte, denn dass sich nun die Stadt-Solothurner an der Urne für eine Zweierkiste mit Zuchwil aussprechen werden, darf ernsthaft bezweifelt werden.

Die gestrigen Verdikte sind hart, wirklich überraschen tun sie nicht. Zwar wurde viel Arbeit und Geld investiert, doch so richtig zu überzeugen wusste das Geschaffene in keiner Phase. Kommt hinzu, dass der ambitionierte Entwurf viele überfordert hat und gegenwärtig nirgends Leidensdruck vorhanden ist. Es konnte ganz einfach nicht gut gehen.