Die Steuern in Feldbrunnen sind rekordtief. Dafür fehlt es an allen Ecken an günstigem Wohnraum. Dass die öffentliche Hand Abhilfe schaffen will, ist zu begrüssen. Die Gemeinde will Wohnungen mit «zeitgenössischer Architektur und moderaten Zinsen» bauen und finanzieren. Auch ältere, weniger vermögende Menschen und junge Familien sollen dort eine Bleibe finden.

«Wohnen am Dorfplatz» heisst das Projekt. Feldbrunnen kann sich das leisten. Nicht zuletzt lösen die Parteien damit ein Versprechen aus dem Wahlkampf ein.

Doch das Projekt hat im Dorf viele Gegner. Sie dürften sich nun die Hände reiben. Die Kosten und damit die angepeilten Mietpreise laufen aus dem Ruder. Die Überbauung ist stark gefährdet. Der Gemeindeversammlung wurde ein unausgegorenes Projekt vorgelegt. Denn «Wohnen am Dorfplatz» war eine Herzensangelegenheit des abgetretenen Gemeindepräsidenten Rolf Studer. Trotz der langen Vorlaufzeit wurde das Projekt am Ende eiligst durchgesetzt. Dabei man hat einen Kredit bewilligt, ohne zu wissen, wie sich die Ausgaben entwickeln werden. Das rächt sich nun.

Steigen die Kosten weiter an, läuft die Bevölkerung Sturm und das Vorhaben erleidet Schiffbruch. «Wohnen am Dorfplatz» ist ein gut gemeintes Projekt des früheren Gemeindepräsidenten. Doch es ist nicht ausgereift. Es ist Studers teures Abschiedsgeschenk. Für den Gemeinderat unter der neuen Präsidentin Anita Panzer aber wird die geplante Überbauung zur Hypothek.

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