Als die Mundwerke verteilt wurden, standen die Menschen vom Jurasüdfuss nicht zuvorderst in der Reihe. Und auch heute setzen sie sich nicht theatralisch in Szene, wenn sie nichts zu sagen oder zu bieten haben. Grossspurigkeiten überlassen sie gerne anderen. Das sind durchaus sympathische Züge, die zur Lebensqualität im Solothurnischen beitragen. Zumal auch Konfrontationen und harte Auseinandersetzungen wenn immer möglich umgangen werden (obwohl ein offenes, dezidiertes Wort manchmal nicht schaden würde). Wer hier lebt, schätzt ein vertraut-berechenbares und nicht zuletzt friedliches Leben. Damit
Eintönigkeit, geringes Interesse der Aussenwelt gegenüber oder gar mangelnde Innovationskraft zu verbinden, wäre jedoch ein Trugschluss.

Wer die pauschalisierende Oberfläche aufkratzt, erkennt darunter ein hohes Mass an Individualität, grosses Engagement, eine pulsierende Lebendigkeit und ganz viel Lebensfreude. Unsere Redaktion setzt sich seit über einem Jahr regelmässig mit unterschiedlichsten Menschen zusammen und trinkt in Ruhe einen Kaffee. In der Regel geschieht dies aus einem aktuellen Anlass. Mal ist das Gegenüber einer breiteren Öffentlichkeit bekannt, mal sind es Menschen, die eher im Verborgenen wirken. Allen gemeinsam ist jedoch, dass sie sich nicht scheuen, die Türe zu ihrem Leben einen Spalt weit zu öffnen. Damit lassen sie uns alle an ihrem Denken und Handeln teilhaben. Das ist keine Selbstverständlichkeit, was es aber mit Bestimmtheit ist: eine Bereicherung für alle Leserinnen und Leser. Falls Sie das eine oder andere Gespräch verpasst haben, können Sie es heute in der Beilage «Auf einen Kaffee mit …» nachholen oder Ereignisse nochmals Revue passieren lassen. Viel Vergnügen.