Dass sich eine Stadt in Vereinsangelegenheiten «einmischt», ist unüblich. Im Fall Grenchen und seinen Fussballern indes haben die Behörden reagiert und das Zepter in die Hand genommen. Im Zirkus würde man sagen: Bravo. Kompliment für den Mut, sich einer Sache anzunehmen, die nicht zu den Kernkompetenzen einer Verwaltung zählt, die zuletzt jedoch sportlich, wirtschaftlich, organisatorisch und gesellschaftlich immer paradoxer wurde. Ja, im Fall des FC Grenchen herrschten phasenweise Zustände wie im alten Rom, die durchaus das Image der Stadt tangierten.

Stadtpräsident François Scheidegger «himself» wollte nicht mehr zusehen, wie ein so verdientes Stück Grenchen namens FC auf dem Altar von Misswirtschaft, Inkompetenz, Hirngespinsten, aber auch fehlender Solidarität aus den eigenen Reihen zertrümmert wird. Miteinander und nicht gegeneinander soll es darum künftig gehen. Der FC, Wacker und Fulgor sollen eine Einheit werden und die Chance, dass dieses «Wunder» gelingt, steht dank dem Kick der Stadt gut.

Dass die Stadt als indirekt grösster Sponsor der Vereine ihre Muskeln spielen lässt, um jetzt vorwärtszumachen, und etwa darauf beharrt, dass der Name FC Grenchen erhalten bleibt, ist okay. Wenn das «Gnusch im Fadechörbli» zu krass wird, hilft «kuschelen» nicht weiter. Dann muss eben auch mal die Schere her und die Betroffenen gutmütig zu ihrem Glück gedrängt werden. In dem Sinn – lasst euch drängen in Grenchen. Selbst Skeptiker werden bald feststellen, dass dies der Weg ist, der nur Gutes auslöst. Sei es allein punkto Anreiz für den Nachwuchs oder der Bereitschaft potenzieller, neuer Sponsoren und Vorstandsmitglieder einzusteigen.