Ein einmaliges Schauspiel wird auf der Solothurner Politbühne aufgeführt: Die Stadt Olten spart rund 2 Millionen Franken, und niemand schreit auf. Keiner singt das Lied vom schmerzlichen Verlust, niemand jammert über Leistungsabbau. Dabei streicht die Stadt 25 Pensen! Aber nicht einmal die Betroffenen setzen sich zur Wehr. Im Gegenteil: Dass von ihrer Seite keine Proteste laut werden, lässt darauf schliessen, dass ihnen die neuen Aussichten durchaus nicht unattraktiv erscheinen.

Das Schauspiel heisst «Integration der Oltner Stadtpolizei in die Kantonspolizei». Und für das Ausbleiben des Jammers gibts eine Erklärung: Die Stadt schickt 25 Stadtpolizisten ganz einfach zum Kanton; der übernimmt ihre Aufgaben – und zahlt. Ohne Murren, zeitlich unbegrenzt. Aus Sicht der kantonalen Steuerzahler könnte man fragen, ob die Regierung noch bei Trost sei, dieses Abschieben von Kosten einfach zu schlucken. Doch die Regierung hat keine Wahl: Sie ist laut Verfassung für die öffentliche Ordnung und Sicherheit zuständig – sie ganz allein. Dass eine Gemeinde eine eigene Polizei führt und zahlt, ist absolut freiwillig.

Fragen müssen sich eher die städtischen Steuerzahler: Wie konnten wir uns jahrzehntelang solchen Luxus leisten? Olten hat seine Antwort gegeben, der Vorhang ist gefallen. Der nächste Akt spielt in Solothurn und Grenchen: Wie lange sind sie freudig dabei, den Kanton jedes Jahr freiwillig um Millionen zu entlasten?