Tolle Stimmung, prominenter Sieger und keine Personenschäden beim Durchzug der struben Gewitterfront kurz vor dem Festauftakt: Das diesjährige Schwingfest auf dem Weissenstein war ein Erfolg.

Doch selbst ein paar Tage danach will sich ein Schönheitsfehler nicht in Luft auflösen. Und da dort oben die starken Männer weiterhin ihre Kräfte messen werden – dies wieder vor gutbesetzten Rängen – muss diese Schaufel voll Sägemehl jetzt noch aufgewirbelt werden. Den einen mag es in den falschen Hals kommen, den andern als positiver Denkanstoss dienen.

Auf unseren schönen Berg fährt doch eine nigelnagelneue Gondelbahn. An deren Seil hängen geräumige Sechserkabinen. Mit andern Worten, das ideale Transportmittel für einen Grossanlass auf dem Weissenstein. Könnte man meinen. Doch die Freunde des Schweizer Nationalsports haben sich munter auf ihre Töffs oder in ihre Autos geschwungen. Das Gondeli haben sie mehrheitlich achtlos links liegen lassen.

Die Schwingergemeinde mag aus Individualisten bestehen, sich an das selber hinaufkutschieren in den vergangenen Jahren gewöhnt haben, aber Naturburschen und -meitschis könnten in diesem ganz speziellen Fall durchaus einmal auf Verbrennungsmotoren verzichten.

Irgendwo ist da der Wurm drin. Allein bei den Zuschauern? Oder gar etwa bei den Bahnbetreibern? Da die Wurmsuche in einem Sägemehlhügel etwa gleich schwierig ist, wie das Auffinden einer Nadel im Heuhaufen, hier ein Vorschlag für künftige Weissenstein-Schwingfeste: Organisationskomitee und Gondelbahnbetreiber machen mal zusammen einen ordentlichen Hosenlupf und bieten den Besuchern ein unverschämt attraktives Kombibillett an.

Zusätzlich können an diesem Tag die Gondeln innen mit Sägemehl ausgelegt, mit einer Stallduftnote versehen und einer Kuhglocke behängt werden. Na, wie wärs?

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