Ja und nein. Dass die Landeskirchen Mitglieder verlieren, ist auch hier eine Tatsache. Von einem Boom bei den Freikirchen zu sprechen, wäre allerdings reichlich übertrieben. Die Gemeinschaft, die hinter diesem Bauprojekt steht, entspricht kaum dem gängigen Bild der Trendkirchen, die gegenwärtig in den Städten so florieren. Es ist eine eher unscheinbare Gruppe, entstanden aus dem Berner Pietismus, die offenbar in Grenchen seit längerem verwurzelt ist. Ein Boom bei den Mitgliedern scheint gegenwärtig nicht in Sicht.

Dennoch reagieren viele Zeitgenossen mit einer gewissen Skepsis gegenüber den Evangelikalen. Ein Neubau eines Gemeindezentrums an zentraler Lage der Stadt dürfte da und dort Stirnrunzeln provozieren. Die Freikirche tut deshalb sicher gut daran, nicht nur zu den Nachbarn ein gutes Verhältnis zu pflegen, sondern auch das ökumenische Gespräch und weitere Kontakte zu anderen Kirchen und Institutionen am Platz zu suchen.

Auch macht die kleine Gemeinschaft mit dem Bauprojekt einen grossen Schritt Richtung Öffentlichkeit. Ideal wäre, wenn eine Infrastruktur entstünde, von der nicht nur eine Schar von Insidern profitieren könnte, sondern eine Plattform, welche das soziale Leben im Süden der Stadt insgesamt bereichert.