Ein letztes Aufbäumen, bevor Regenwolken und Nebelschleier das Mittelland dekorieren. Der nächste Frühling ist weit, weit weg.

Solothurn, Donnerstag, 9. Oktober 2014: Die Reihen in den Büros haben sich gelichtet, auf den Ämtern herrscht Flaute, im Briefkasten dominieren Ansichtskarten, kein Anstehen im Supermarkt, die Politik ruht, der Strassenverkehr rollt, die Nachbarn sind alle ausgeflogen. Dichtestress in heimischen Gefilden ist ein Fremdwort.

Und wie kommt die ausharrende, werktätige Bevölkerung in diesen Tagen zu einer Dosis Urlaubsgefühl? Ferienlos zu sein ist reine Einstellungssache. Kreativität und Vorstellungskraft sind gefragt. Ein Gratistipp. Beachten Sie doch mal Seite 24 der heutigen Ausgabe.

Ziel Autobahnraststätte. Das ist es. Fahrt auf unserem Highway Nr. 1, vorne ein Holländer mit Anhänger, auf der Überholspur ein Franzose. Achtung, Blinker raus. Ein Deutscher drängelt von hinten. Parkieren neben einem Spanier und einem Schweden. Auf der Fahrbahn rauschen die Autos vorbei. Rein ins Restaurant. Links wird englisch gesprochen, vis-à-vis dürfte es russisch sein, rechts auch etwas Unverständliches. Ah, doch nicht, sind Walliser. Ein Biss in den Hamburger und Augen zu. So cool. Das könnte doch glatt irgendwo auf der Autoroute du Soleil zwischen Avignon und Marseille sein.

Herbstferien der andern Art.