Der Circus Knie will künftig darauf verzichten, Elefanten im Zelt Kunststücke aufführen zu lassen. Und die HESO soll künftig darauf verzichten, kleine Söili neben den Festzelten zur Sau zu machen. So sehen es jedenfalls Tierschützer.

Nun, von den Dickhäutern sagt man bekanntlich, dass sie nie vergessen. Also lassen wir sie wohl besser in Ruhe.

Bezüglich des Erinnerungsvermögens von armen Schweinen liegen keine gesicherten Informationen vor. Wie arm sie wirklich sind, wenn sie unter den Klängen der Rockgruppe Status Quo aufgeheizt werden, um dann vor begeisterten Kindern und Eltern eine Pseudorunde auf Holzschnitzeln zurückzulegen, müsste also noch wissenschaftlich untersucht werden.

Rennboykotte sind selten, der Futtertrog am Ziel scheint zu verlockend. Was wiederum nicht bedeutet, dass sie ausgehungert an den Start gehen. Der aufgestellte Bauer und Söilirennen-Schweinchen-Lieferant versichert glaubhaft, gut zu seinen Tieren zu schauen. Er soll gar Auszeichnungen für vorbildliche Tierhaltung erhalten haben.

Weshalb haben die Tierschützer das Söilirennen an der Herbstmesse genau auf dem Kieker? Es könnte sein, weil den Tierchen unmittelbar vor dem Start für die darauffolgenden Sekunden des Rennens ein beschriftetes, farbiges Mäntelchen übergezogen wird.

Das stehen dann zum Teil so skurrile Namen drauf wie «Primör» oder so. Einverstanden, die Kinder quietschen während des Söili-Sprints ganz erheblich, aber bei genauem Hinhören sollte das den vierbeinigen Sprintern eher vertraut vorkommen – akustische Artgenossen am Arena-Rand.

Betrachten wir diese Geschichte etwas nüchterner, kommen wir zum Schluss: Je länger die Söili rennen, desto später landen sie im Schlachthaus.  

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