Kommentar

Rotoren im Gegenwind?

Visualisierung des Windparks auf dem Grenchenberg

Visualisierung des Windparks auf dem Grenchenberg

Für einmal kann man dieses geläufige Sprachbild nicht brauchen. Gegenwind ist genau das, was ein Windkraftwerk braucht, um möglichst gut zu funktionieren. Doch wir wissen, was gemeint ist.

Eine Gruppierung von Grenchner Windkraftgegnern macht seit Frühjahr gehörig Wind. Doch manchmal kann man die Windverhältnisse auch falsch einschätzen. Sie haben nämlich ein eher bescheidenes Echo gefunden. Gerade mal 180 Unterschriften sind, gemessen am grossspurigen Auftritt der Gruppierung, dann doch ein etwas laues Lüftchen. Und Mitglieder sollen es auch nur gut 40 sein, dazu eine Handvoll «Gönner», die anonym bleiben wollen.

Mit ihrer Fundamentalopposition, bisweilen grenzwertigen Argumentationen und der Unnachgiebigkeit (schon heute kündigen sie an, den Instanzenweg bis vor Bundesgericht durchzuziehen) sorgen sie für einiges Köpfeschütteln.

Die meisten ihrer Bedenken werden ohnehin von den Profis, den einspracheberechtigten Umweltschutzorganisationen, am besten vertreten. Schon seit Monaten findet hier ein Dialog statt und eine Einsprache ist Pro Natura etc. nicht zu verargen, solange es effektiv um das Finden besserer Lösungen geht.

Unbenommen ist es auch dem Gemeinderat Bettlach, Einsprache zu machen. Auch wenn es sich hier eher um einen Zufallsentscheid handelt, die Allianzen waren trotzdem seltsam: SP und CVP stimmten geschlossen gegen die Einsprache, die FDP geschlossen dafür. Man reibt sich die Augen. In den Dörfern sind die Seilschaften manchmal schwer nachvollziehbar. Und auch, aus welcher Richtung der Wind in einer Partei weht.

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