Die erste Schlacht ist auch in Solothurn geschlagen, den Krieg hat noch lange keine Seite gewonnen. Im Gemeinderat stehen 21 Befürworter des Fusionsvertrags Top 5 auf der Brücke, das Fusionsboot bleibt auf Kurs.

Zumal sich auch der Gegner überwiegend demokratisch gibt: An der Urne soll entschieden werden, ob zusammenwachsen kann, was zusammengehören soll.

Doch auch auf dem Fusionszerstörer ist die Moral intakt. Die Steuerleute sind erfahrene Polit-Cracks: Pirmin Bischof, Beat Käch, aber auch die SP-Ständeratstochter Katrin Leunenberger zeigten ihre Zähne.

Die erste «Battle of Top 5» macht deutlich: Die Fusionsgegner verfügen über effizientere Torpedos, sprich klarere Argumente gegen das Zusammengehen mit Zuchwil, Biberist, Luterbach und nur noch vielleicht Derendingen.

«Steuererhöhung», «Identitätsverlust», offene Fragen um die Polizei und künftige Gemeindeführung – das versteht jede und jeder. «Chancen», «funktionale Räume» oder «Raumplanung aus einer Hand» wirken da eher wie Nebelwerfer, aber kaum als wirksame Breitseiten für eine Fusion.

Das hat der Instinkt-Politiker Kurt Fluri in der Ratsdebatte sehr wohl gemerkt. Und zur bewährten Strategie gegriffen: Emotional den Gegner niedermachen. «Chnuppesagerei» betrieben sie, machten die ganze Arbeit für das Fusionsprojekt nur lächerlich.

Ansichten der Gegner sind für Fluri «ein Witz», ja überhaupt, sie könnten die grösseren Zusammenhänge einfach nicht erkennen.

Käpt’n Fluri navigiert in rauer See. Zickzack-Kurs fahren, um den gegnerischen Torpedos auszuweichen – das ist seine Sache nicht. Doch so ging zuletzt schon manches Schiff auf Grund. 

wolfgang.wagmann@azmedien.ch