Jede Ankündigung der Geschäftsleitung im Stadion Brühl hatte zuletzt den Substanzwert einer Pippi-Langstrumpf-Folge. Abgesehen davon, dass sich die Märchentanten und -onkels zirka halbjährlich ablösten. Manchmal wechselten sie dabei sprachlich sogar vom Schweizer- ins Hochdeutsch und bis ins Französische. Wer weiss, dank dem Freihandelsabkommen der Schweiz mit China schwadronieren sie vielleicht sogar bald in Mandarin oder Kantonesisch von «Top-Tlansfels», einer Peking-Enten-Mast-Farm als fettem, neuem Hauptsponsor und «Juniolen»-Akademien.

Grundsätzlich hat die sportliche Leitung mit dem Kahlschlag (siehe Text nebenan), sprich der Freistellung von elf Spielern, richtig gehandelt. So wie es war, wäre der Ligaerhalt unmöglich zu bewerkstelligen gewesen. Etwas mehr Fitness, Taktik und Technik hilft bei so krasser Chancenlosigkeit, wie sie der FCG diesen Herbst offenbarte, nicht weiter. Da fehlts an Gröberem, woran «exactement» auch immer. Den Rechtfertigungen beider Parteien, warum es so und so kam, soll und muss man vorsichtig und skeptisch vis-à-vis-treten. Irgendwo im Reich der Mitte liegt wohl die Wahrheit. Es ist ein Misstrauen, das man sich beim FC Grenchen seit 2011 sukzessive «erarbeitet» hat und das wegzukriegen nun ein mindestens so langes strikt verlässliches Tun erfordert.

Sportchef Brun, Trainer Bösch und die restliche Geschäftsleitung sind erst seit kurzem im Amt. Für «la grande ‹Puff›», das ihre Vorgänger aus Genf, Paris und Marokko fabrizierten und nach dem Motto «après moi le déluge» – nach mir die Sintflut – hinterliessen, dafür können sie nichts. Darum haben sie eine faire Chance verdient, die Sache ins Lot zu bringen. Schliesslich engagieren sie sich jetzt auch in schlechten Zeiten für den FCG. Wie gut ihr Job ist und war, wird sich spätestens am 7. März weisen, wenn die Rückrunde beginnt.