Monatelang hielt der Subinger Kirchgemeinderat die Tür zur Kirche offen. Die Möglichkeit, dass der gefallene Pfarrer weiterhin von der Subinger Kanzel predigen darf, blieb glücklicherweise nur eine Möglichkeit. Zu schwer wiegen die Verfehlungen des Pfarrers. Der Kirchgemeinderat hat nun die Türe geschlossen. Zu Recht.

Man mag dem Pfarrer guten Herzens abnehmen, dass er sich naiv in einen Drogentransport einspannen liess. Aber seine Naivität und Gutgläubigkeit sind haarsträubend. Kaum zu glauben, dass ein Mensch, der Gutes tun will, eine Situation dermassen falsch einschätzen kann. Hier die Frau, der er aus welchen Gründen auch immer helfen will. Dort Drogen, die Menschen in die Sucht führen können. Der Mann, den der Pfarrer im Auftrag der Frau abholte, trug 2,9 Kilogramm Kokain auf sich.

Pfarrermangel hin oder her: Diese Affäre stellt die anstellende Behörde, hier der Kirchgemeinderat der Reformierten Kirchgemeinde Wasseramt, in ein schlechtes Licht. Wie konnte ein Pfarrer angestellt werden, der im Alltag eine Hilfe sein sollte, selber aber orientierungslos umherirrt?

Gut, dass der Kirchgemeinderat nun klar schreibt, man werde dem Pfarrer bei einer Neuorientierung helfen. Aber, oha lätz: Mit Neuorientierung ist nicht etwa ein anderer Beruf gemeint, sondern eine neue Kirchgemeinde. Damit ist die Landeskirche nun wirklich gefordert. Ihre Hilfestellung darf sich nicht auf die Suche nach einem neuen Wirkungskreis beschränken. Sie muss dem zum Pfarrer Berufenen auch den Beruf näher bringen.