Kommentar

Nur wer lange genug lebt, erlebt es noch

Wer im Kanton Solothurn auf touristische Wunder wartet, muss lange dafür beten.

Anfang der Neunzigerjahre gabs in der Region einige touristische Themen, die einer Lösung harrten. Kurz zuvor hatte der Solothurner Gemeinderat einen Campingplatz verworfen, es sollte rund zehn Jahre dauern, bis neue Pläne rund um einen Bootshafen gediehen. Diese Zeitspanne zwischen dem ersten Scheitern und konkreten Neuplänen war noch durchaus überschaubar. 1993 befasste sich der Verwaltungsrat der damaligen Bergbahn Weissenstein BOW intensiv mit der Frage nach einer neuen Bahn. Für kurze Zeit kam nur ein Ersatz infrage – ehe die Verluste im Kurhausgeschäft zur kleinen Lösung, einer Revision für noch 15 Jährchen, zwang. Immerhin, einige, die damals dabei waren, erleben nun noch, was damals als favorisierte Strategie angedacht worden war.

Das dritte Tourismus-Anliegen, das schon damals Erich Egli, Direktor von Region Solothurn Tourismus, ständig beschäftigte, war ein eher banales Problem. Wenn damals jemand gesagt hätte, erst sechs Jahre nach Eglis Pensionierung würde es umgesetzt – man hätte ihn für nicht zurechnungsfähig erklärt. Es war einfach nicht nachvollziehbar, warum hier, im Kantönli Solothurn, etwas nicht war, nicht sein durfte, was uns schon lange auf Ferienfahrten durchs Ausland und später auch in der Schweiz alle paar Kilometer begegnete: Hinweistafeln auf Sehenswürdigkeiten entlang der Autobahn. Nicht einmal die Eröffnung der A5 im Rahmen der Expo.02 brachte den Durchbruch. Dabei war Solothurn schon seit über 200 Jahren die schönste Barockstadt der Schweiz. Was lernen wir daraus: Nur wer sich nicht aufregt, wird so alt, dass er das erleben darf, was wir jetzt können: die Eröffnung der neuen Seilbahn und Hinweistafeln an der Autobahn.

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