Nur gerade 190 Personen haben sich für die Fusionsvernehmlassung interessiert. Da mag es gut tönen, dass rund zwei Drittel der 190 Antwortenden eine Fusion unterstützen. Doch zwei Drittel von 0,x-Prozent sind noch lange keine wahrnehmbare Stimme. Der Funke für das geplante Gross-Solothurn bleibt weiterhin aus. «Die Fusion ist ein strategischer Kopfentscheid, kein Publikumsentscheid», sagt Derendingens Gemeindepräsident Kuno Tschumi.

Nach wie vor ist die Fusion vor allem das Projekt der fünf Gemeindepräsidenten, das aber wenig zur Bevölkerung durchdringt. Warum auch? In keiner Gemeinde herrschen Finanznot oder Personalmangel. Und die Bevölkerung weiss nicht, was sie bei einem Fusions-Ja wirklich bekommt: Sind es 2 oder 3 oder vielleicht doch 5 Gemeinden und das mit oder ohne Stadtpolizei? Und wie ist die Gemeinde organisiert? Bleiben Solothurns Verwaltung und Stadtpräsident so mächtig? – Übrigens: Ausgerechnet in Kurt Fluris Solothurn stösst das bisherige Modell auf die geringste Zustimmung.

Vorteile wie die Raumplanung und eine stärkere Schlagkraft scheinen einleuchtend. Aber das liegt derzeit weit weg vom Alltag vieler Menschen. Ein Zückerchen soll es jetzt geben: Der Steuerfuss soll runter. Das ist etwas. Trotzdem scheint es aber ambitioniert, bis zum 28. Februar 2016 noch rund 20 000-mal den Funken zu zünden, damit die Hälfte der Bevölkerung Ja sagt.

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