Na, werden da Erinnerungen wach? «2nd Friday» in Solothurn? Der spätere «Club Eleven»? Und jetzt halten Sie sich an Ihrer Kaffeetasse oder am Gipfeli fest: «First Friday» und «Eleven44» sind Namen, die ebenfalls dem Nachtleben entstammen. Ersterer steht für einen kulturellen Anlass (sinnigerweise am ersten Freitag im Monat), an dem die Kunstgalerien in Honolulus Chinatown des Nachts ihre Tore für Vernissagen, Konzerte und Partys öffnen. Letzterer bezeichnet eine Bar und Disco in ebenjenem Stadtteil.

Vielleicht ist die Ähnlichkeit zwischen diesen beiden Namen und jenen beiden, die der Partytempel auf dem Solothurner Sauser-Areal vor seiner Diaspora einst trug, purer Zufall. Vielleicht ist es eine Fügung des Mana (einer spirituellen Energie, die gemäss den alten Hawaiianern sowohl Menschen als auch Orten innewohnt), welches die beiden Städte auf übernatürliche Weise verbindet.

Ich habe vor einigen Wochen den amtierenden Bürgermeister Kirk Caldwell kontaktiert und nach seiner Meinung zu dieser Verbindung gefragt. Die war ja bislang von eher einseitiger Natur (die Verbindung, nicht die Meinung), und ich erkundigte mich, ob man an diesem Zustand nicht etwas ändern könnte. Honolulu eine Woche lang auf den Namen «Solothurn» umzutaufen, das wäre doch was. Leider hat Mister Caldwell bis heute nicht geantwortet. Das ginge beim Solothurner Stadtoberhaupt etwas schneller, glaube ich.

Natürlich bin ich nicht der Erste, der sich als Solothurns Botschafter in Honolulu wähnt. Da gab es Versuche, die der Krönung durch Erfolg viel näher kamen: So hat die Narrenzunft Honolulu die hawaiianische Hauptstadt schon dreimal besucht. Nach einem offiziellen Empfang beim Erstkontakt 1989 folgten Bemühungen seitens der Narren aus der Ambassadorenstadt, eine Partnerschaft zwischen Solothurn und Honolulu zu etablieren. Dies scheiterte jedoch an den wirtschaftlichen Austausch-Leistungen, welche die Amerikaner erwarteten, und an der Skepsis des Solothurner Stadtoberhaupts. Immerhin ist Honolulu halt irgendwie doch am anderen Ende der Welt.

Natürlich genoss jene 89er-Delegation das Nachtleben Honolulus in vollen Zügen. Von einem der Redaktion bestens bekannten Fasnächtler heisst es, er habe in fünf Tagen und Nächten sein Hotelbett gerade einmal sechs Stunden gesehen. Was ich, 26 Jahre später, durchaus nachvollziehen kann. Allein die Live-Musik-Szene ist beeindruckend. Doch mehr dazu ein andermal.

Dass sich Veranstalter und Nachtschwärmer immer mal wieder Sorgen um die Zukunft des Nachtlebens machen müssen, wäre in Honolulu jedenfalls kaum denkbar. Diesbezüglich könnte Solothurn gewiss von ein wenig kulturellem und politischem Austausch mit seinem fastnächtlichen Vorbild profitieren. Etwas mehr Hunger nach Ausgang, etwas mehr Toleranz, vielleicht ein bisschen «Shaka» oder «Aloha Spirit» – und möglicherweise gäbe es auf dem Stadtboden schon bald einen «Third Friday», «Eleven2».