Achtzig Tage für 40'000 Franken: Das Spendenziel, das der FC Solothurn für sein Projekt «Wir alle zusammen sind Hauptsponsoren!» gesetzt hatte, war ehrgeizig. Nachdem die Spendereuphorie der ersten Tage abflaute, kamen plötzlich Zweifel über den ambitiösen Plan auf. Immerhin sind das Internet und seine Bewohner launisch. Und ausserdem war auf der Plattform www.ibelieveinyou.ch noch nie ein Betrag in dieser Höhe gesammelt worden. Doch 18 Tage vor Ablauf der Frist hatten die Fans des FC bereits 40'000 Franken zusammengeklickt. Bis zuletzt wurden es 46'900 Franken, ein Rekord für die Plattform.

Das Ergebnis der digitalen Kollekte kann durchaus als Ausdruck der Anerkennung betrachtet werden, die der Club in der Region geniesst. Dies sieht auch FC-Präsident Samuel Scheidegger so. Andererseits zeigt das Crowdfunding, wie unter der jungen, frischen Führungsspitze des FC innovative ungewohnte Ideen spriessen können – und wie sich der Effort für solche Ideen bezahlt macht. Zum Beispiel in Form zweier Einzelspenden von je 10'000 Franken.

Rückblende: Der FC hatte im Nachwuchsbereich im letzten Mai Sympathiepunkte eingebüsst. So war damals auch für die jüngsten Junioren eine Trikotpflicht fürs Training erlassen worden, was einigen Eltern aufgrund überbordender Kosten sauer aufgestossen war. Und nun die aktuelle Erfahrung: Das geglückte Crowdfunding zeigt, dass die Fans des FC durchaus willens sind, für eine gute Sache das grosse Portemonnaie zu zücken, wenn Herzblut und Innovation dahinterstehen – und erst recht, wenn sie es freiwillig tun dürfen.