Kommentar

«Licence to grill»

Beliebt: Der Happen beim Vorbeigehen vom «Bistraito»-Aussenstand.

Beliebt: Der Happen beim Vorbeigehen vom «Bistraito»-Aussenstand.

Ein städtisches Reglement, vor über zehn Jahren erlassen, möchte das Bratwurstbraten unter offenem Himmel abstellen.

Hübsch ist es nicht gerade, das Partyzelt-Dach am Märetplatz. Aber darunter gibts Delikatessen: Pralle Bratwürste, rot glänzende Schüblinge, cremige Vanille-Berliner. Doch nicht die Weltgesundheitsbehörde WHO will den Imbissstand der Familie Privée dort weghaben.

Ein städtisches Reglement, vor über zehn Jahren erlassen, möchte das Bratwurstbraten unter offenem Himmel abstellen. Keine gute Nachricht. Denn das Angebot ist beliebt bei Passanten und Touristen.

Doch irgendwann wird es so weit sein. Vielleicht schon bald, wenn Vater und Mutter Privée das Geschäft der eigenen Tochter übergeben wollen.

Nun, die andere Sicht in einer Stadt wie Solothurn mit einer hoch entwickelten Neidkultur ist die: Warum soll eine Familie ein solches «Privée-leg» noch auf Jahre hinaus haben? Nur, weil sonst das ganze Geschäftsmodell bachab ginge?

Interessiert uns doch nicht, werden alle sagen, die gerne selbst eine solche Geldquelle hätten. Genau das aber ist nicht das Problem. Die Stadt sollte dafür sorgen, dass solche Angebote überhaupt möglich werden.

Mit einer fest umschriebenen Konzession, einer eigentlichen «Licence to grill». Sie regelt das Erscheinungsbild eines Imbissstandes, das Angebot, den Standort und darf auch etwas mehr kosten als die ohnehin sehr moderaten Quadratmeterpreise für das Wirten auf öffentlichem Grund und Boden.

Man kann ihre Zahl auch beschränken, auf zwei, zwei in der Vorstadt – bei der Hafebar wäre ein Imbissstand hoch willkommen –, einige in der Altstadt, aber auch auf eine gewisse Zahl ausserhalb.

Die Stadt will ja im «Weitblick» auf 12 000 Quadratmetern einen Mehrzweckplatz «Allmend» für allerlei Veranstaltungen bauen. Ohne «Goggi» und Wurst? Ein «No-go-Place».

Und was ist eigentlich mit den Bratwurstständen in den stadteigenen Sportanlagen, im Stadion und Mittleren Brühl? Handlungsbedarf ist da. Denn nächstes Jahr steht ein weiterer Betreiberwechsel an – beim Cheschtelemuni.

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