Polemik

Krass Politique

Kuno Tschumi hat mit seinem Stichentscheid im Gemeinderat Derendingen entscheidend dazu beigetragen, dass seine Gemeinde demnächst voraussichtlich ganz vom Fusionszug Solothurn Top5 abspringen wird. (Archiv)

Kuno Tschumi hat mit seinem Stichentscheid im Gemeinderat Derendingen entscheidend dazu beigetragen, dass seine Gemeinde demnächst voraussichtlich ganz vom Fusionszug Solothurn Top5 abspringen wird. (Archiv)

Kuno Tschumi weiss jetzt, wohin er gehört (zum Wasseramt!) – und wohin er nicht gehört (zu Solothurn).

Er weiss jetzt, wohin er gehört (zum Wasseramt!) – und wohin er nicht gehört (zu Solothurn). Folglich hat Derendingens Gemeindepräsident Kuno Tschumi die Reissleine gezogen: Er hat mit seinem Stichentscheid im Gemeinderat Derendingen entscheidend dazu beigetragen, dass seine Gemeinde demnächst voraussichtlich ganz vom Fusionszug Solothurn Top5 abspringen wird.

Dabei weiss Tschumi offensichtlich schon längst, wohin er gehört. Schliesslich wird sein Privatauto von einem Nummernschild geschmückt, das Bände spricht: SO 4552 – die Postleitzahl von Derendingen.

Man erinnert sich: Vor den Wahlen vom 18. Oktober war der «Wirtschaftsflash» voller Lobeshymnen auf und Inserate für die FDP-National- und Ständeratskandidatin Marianne Meister.

Deren «ernüchternde Bilanz» bei den Wahlen ins Stöckli ist dem «Magazin der Solothurner Wirtschaft» jetzt in der neusten Ausgabe nur gerade noch verschämte 36 Zeilen wert.

Laut Textautor Paul Meier hat Meister immerhin «einen Grund, sich zu freuen»: Sie «erzielte auf ihrer Wahlliste fast doppelt so viele Stimmen wie die zweitplatzierte Kandidatin», das lasse für «die kantonalen Wahlen 2017 Optionen offen».

Was Paul Meier nicht schreibt: Seine Polit-Intimfeindin aus Feldbrunnen-St. Niklaus, Anita Panzer, hat als Zweitplatzierte auf der anderen FDP-Liste ganze 1198 Stimmen mehr erzielt als Meister – ohne Werbewalze der Wirtschaft.

Der Landesstreik von 1918 beschäftigte die SP an ihrem letzten Anlass im Jubiläumsjahr. In Grenchen trafen sich die Genossen. Und fanden, doch, doch, Arbeiter: Im Museum, das den Bau des Grenchenbergtunnels thematisiert.

Und als ob der Verlust der Arbeiterschaft unter den Wählern nicht genug wäre, soll die SP jetzt auch noch die historische Deutungshoheit über den Streik verlieren. 2018 wird es in Olten eine Theaterproduktion dazu geben. Ausgerechnet die freisinnige, unternehmerfreundliche Regierungsrätin Esther Gassler präsidiert das Patronatskomitee über den Arbeiterstreik.

500 000 Franken zahlt der Kanton ans Theater. Marcel Châtelain, früherer Chef des Amtes für soziale Sicherheit, blieb nur die bissige Bemerkung: Er freue sich ja darüber. Aber um die drei Erschossenen in Grenchen gebührend zu ehren, hätten bisher meist Geld und Wille gefehlt... (ums./lfh)

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