Kommentar

Klare Wahl: Zanetti oder Wobmann

Die Solothurner Ständeratskandidaten Roberto Zanetti (SP) und Walter Wobmann (SVP) am Wahlsonntatg. (Archiv)

Die Solothurner Ständeratskandidaten Roberto Zanetti (SP) und Walter Wobmann (SVP) am Wahlsonntatg. (Archiv)

Die Solothurner FDP war nach dem Ständeratswahlgang vom Sonntag nicht zu beneiden.

Die Solothurner FDP war nach dem Ständeratswahlgang vom Sonntag nicht zu beneiden. Trotz eines engagierten und aufwendigen Wahlkampfs hatte ihre Kandidatin das Minimalziel verfehlt: Statt sich hinter den beiden Bisherigen als beste Herausforderin zu platzieren, landete sie weit hinter dem SVP-Kandidaten auf dem vierten Platz.

Es spricht für Marianne Meisters Realitätssinn, dass sie erkannt hat: Dieses Resultat lässt keine Hoffnung, den zweiten Sitz im Ständerat erreichen zu können. 

Was tun? Ganz verzichten – oder es mit einer neuen Kandidatur versuchen? Um den bisherigen SP-Ständerat Roberto Zanetti noch in Bedrängnis zu bringen, müssten sich FDP und SVP auf eine gemeinsame Kandidatur einigen.

Doch diese gibt es nicht – zu tief ist der Graben zwischen ihren möglichen Anwärtern. Das Aushängeschild der Solothurner SVP, Walter Wobmann, vertritt eine Ausländer- und Europapolitik, die derjenigen der FDP frontal entgegensteht.

In der FDP hätte nach Marianne Meisters Verzicht wohl nur Kurt Fluri Zanetti auf Augenhöhe herausfordern können. Doch hinter Fluri mochten sich Wobmann und die SVP keinesfalls stellen.

Denn Fluri hat sich in Bern als unerschütterlicher Verfechter des Rechtsstaats immer wieder gerade solchen SVP-Forderungen entgegengestellt, die zu Wobmanns Steckenpferden zählen.

Die Konsequenz: Die FDP zieht sich aus dem Rennen zurück, in der zweiten Runde stehen sich nur noch Wobmann und Zanetti gegenüber.

Den Ausschlag am 15. November werden die Mitte-Wähler geben. Und die solothurnische Mitte neigte bisher einem Roberto Zanetti deutlich lieber zu als einem Walter Wobmann.

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