Das duale Bildungssystem der Schweiz wird landauf, landab in den höchsten Tönen gelobt. Selbst in den USA hat man zur Kenntnis genommen, dass die Akademisierung längst nicht der einzige Königsweg ist – weder für das Individuum noch für die Gesellschaft.

Wer im Anschluss an die obligatorische Schulzeit eine Lehre anvisiert, muss schon früh wichtige Entscheidungen treffen: In welche Berufsrichtung soll es gehen und welcher Lehrbetrieb bietet mir die besten Startmöglichkeiten?

Wir haben es offiziell: In Solothurn darf sich ein Konditor-Confiseur «Lehrmeister des Jahres 2015» nennen. Ein stolzer Titel, den er mit weiteren Kollegen in anderen Bereichen teilen darf.

Das schafft nicht, wer seine Lernenden sich selbst überlässt, sie statt fördert überfordert, sie allgemein schlecht behandelt, sprich als billige Arbeitskräfte betrachtet. Diese Zeiten sollten eigentlich längst vorbei sein. Und sie sind es glücklicherweise bei der grossen Mehrzahl der Lehrbetriebe tatsächlich auch. Doch es gibt sie nach wie vor, die schwarzen Schafe.

Wie Recherchen zeigen, kommt es weiterhin vor, dass einem Betrieb die Ausbildungserlaubnis (vorübergehend) entzogen oder eine Lehre wegen unzumutbarer Bedingungen abgebrochen wird. Das ist jammerschade. Keine Regel ohne Ausnahme – aber grundsätzlich sind junge Menschen neugierig und wissbegierig. Engagierte Chefs und Lehrlingsverantwortliche sind in allen Branchen zu finden.

Sie sind Gold wert, besonders, wenn sie den richtigen Draht zu jungen Erwachsenen mit all ihren Eigenheiten finden. Dann ist gut ausgebildeter, motivierter Nachwuchs garantiert – letztlich ein wichtiger Pfeiler für Vollbeschäftigung und Wohlstand in diesem Land. 

theodor.eckert@azmedien.ch