Kommentar

Kein Kater am nächsten Morgen

Der Gemeinderat will keine Landi auf der Wiese vor den Blockbauten.

Der Gemeinderat will keine Landi auf der Wiese vor den Blockbauten.

Es ist aussgewöhnlich, wenn sich eine Gemeinde gegen einen Landi-Laden ausspricht.

Es ist aussgewöhnlich, wenn sich eine Gemeinde gegen einen Landi-Laden ausspricht. Das Image der Landi ist mindestens so gut wie dasjenige von deutschen Detailhändlern.

Wenn es denn sein muss, lieber einen Landi-Laden mit Tankstelle, denken sich viele. Nicht der Gemeinderat von Luterbach. Dieser findet, es muss nicht sein.

Der Gemeinderat kann sich auf die Zonenvorschrift berufen, die das Grundstück in die Zone Gewerbe und Wohnen einteilt. Früher lag das Gebiet in der reinen Wohnzone.

Doch niemand interessierte sich für das Landstück an einer rege benutzten Strasse und an der Bahnlinie. Mit der Umzonung hoffte der Gemeinderat auf mehr Interesse an diesem Landstück.

Es kamen Lidl und nun die Landi, die einen Laden bauen will, aber ohne Wohnnutzung. Das will die Mehrheit im Gemeinderat nicht. Er will an dieser Stelle an einer Wohnnutzung festhalten und lässt sich von Aussagen wie «schlechter Standort für Wohnen» oder «zu teuer für Marktmieten» nicht beirren.

Zwei Gründe sprechen für die Haltung des Gemeinderates. Das nördlich anschliessende Wohnquartier wäre bei einer rein gewerblichen Nutzung der Parzelle noch mehr abgeschnitten vom Dorf, als es schon ist.

Weiter droht Luterbach ein Wohnraummangel. Dies in dem Moment, in dem mit den Ansiedlungen im Attisholz Süd Wohnraum gefragt sein wird.

Der Gemeinderat dürfte sich auch überlegt haben, wollen wir heute einen Landi-Laden und dafür morgen nicht profitieren von den Steuern der neuen Bewohner?

Natürlich kann niemand wissen, wie sich alles wirklich entwickelt, weshalb einigen im Gemeinderat die Landi lieber gewesen wäre.

Der Gemeindepräsident hat sich mit Engagement dagegengestemmt und die Mehrheit im Gemeinderat überzeugen können.

Er sei sich sicher, dass ein anderer Entscheid am nächsten Morgen bedauert worden wäre. Dem ist nichts beizufügen. @ urs.byland@azmedien.ch

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