Kommentar

Kein Hotspot für die Reichen

Die Abstimmung über die Abschaffung der Pauschalsteuer ist für die Solothurner Staatskasse unbedeutend.

Der Kanton Solothurn spielt in der glamourösen Welt der Reichen ein Mauerblümchendasein. Nur gerade im Kanton Jura ist die Dichte der Vermögensmillionäre tiefer. Die Statistik der Eidg. Steuerverwaltung liefert die nackten Zahlen. Nur 20 von 1000 Solothurner Steuerpflichtigen deklarieren mindestens eine Million Franken Reinvermögen. Weniger als halb so viele wie landesweit. Zum weiteren Vergleich: Im Kanton Zug sind es 106, im Kanton Schwyz gar 110.

Grund für die hauchdünne Schicht an reichen Mitbürgerinnen und Mitbürgern im Solothurnischen ist aber nicht etwa alleine die Steuerbelastung. Denn bei den Vermögenssteuern liegt Solothurn in der Rangliste nach der Steuerbelastung in der ersten Hälfte.

Dass es auch andere Gründe für die Abstinenz der Vermögenden gibt, zeigen die Zahlen über die Pauschalbesteuerung. Im Kanton Solothurn nehmen nur gerade acht vermögende ausländische Staatsangehörige dieses Angebot wahr. Im viel kleineren Kanton Genf sind es über 700. Solothurn kann mit keinem See, keinen Rebbergen, keinen Schneebergen und keinen luxuriöse Ferien-Hotspots aufwarten. Solothurn ist in seiner Durchschnittlichkeit und Normalität schlicht unspektakulär.

Eigentlich ist das gut so. Jedenfalls muss sich der Solothurner Steuervogt – im Vergleich zu den Pauschalsteuer-Hochburgen Genf, Waadt oder Berner Oberland – aus finanzieller Sicht keine Sorgen machen. Falls die Pauschalbesteuerung vom Stimmvolk abgeschafft werden sollte, braucht es keine neuen Budgets.

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