Ausbildung

Jugendliche wollen umworben sein

Franz Schaible
Die Jugendlichen entscheiden sich für den attraktivsten Berufsweg

Die Jugendlichen entscheiden sich für den attraktivsten Berufsweg

Der Solothurner Lehrstellenmarkt funktioniert. Die Anzahl der Lerverhältnisse bleibt hoch.

Das Thema ist ein Dauerbrenner – selbst in den aktuell wirtschaftlich schwierigen Zeiten: Der Fachkräftemangel. Das hat einen klaren Hintergrund. Erstens. Allein die Entwicklung der Bevölkerung nach Altersgruppen führt zu einem natürlichen Engpass. Wenn die Zahl der Schulaustretenden abnimmt, werden auch weniger Jugendliche eine Berufslehre starten. Zweitens. Ob in Boom- oder in Rezessionsphasen bleibt der Bedarf in der Wirtschaft nach guten Fachkräften hoch. Die Firmen stehen im internationalen Wettbewerb, sind preislich unter Druck, müssen innovativ produzieren und verkäufliche Produkte auf den Markt bringen.

Wie die aktuellsten Zahlen zeigen, nimmt die Mehrheit der Firmen das Heft in die eigene Hand – und bildet Jugendliche aus. Ob das in Zeiten der geburtenschwachen Jahrgänge, gepaart mit immer höher steigendende Anforderungen an die beruflichen Qualifikationen genügt, ist offen. Die Ausbildungsbereitschaft muss jedenfalls unvermindert hoch bleiben. Und wenn zu wenige Jugendliche an einer Berufslehre interessiert sind, gilt es, ihnen diese schmackhafter zu machen. Sie – insbesondere die hoch qualifizierten – wollen umworben sein. Dazu gehört auch das Aufzeigen von Weiterentwicklungsmöglichkeiten. Unser Berufs- und Weiterbildungssystem öffnet dafür heute fast allen alle Wege.

Keinen Nutzen bringt das ewige Klagen über den zunehmenden Sog der Gymnasien. Es gibt kein Dafür oder Dagegen, es braucht die Berufslehre und das Gymnasium. Letztlich sind die Jugendlichen Kunden. Sie entscheiden sich für jenen Weg, der ihnen attraktiver erscheint.

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Franz Schaible

Franz Schaible

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