Integrationsbeauftragte

Integration muss sich lohnen

«Ausländerintegration gibts nicht gratis.»

«Ausländerintegration gibts nicht gratis.»

Im Kanton Solothurn müssen Gemeinden künftig eine Integrationsbeauftragte stellen.

Ausländerintegration gibts nicht gratis. Als ungelernte Einwanderer in den Fabriken ein Auskommen fanden, war ein Schritt ins bürgerliche Leben bereits getan. Doch die Migranten kommen auch, nachdem der Arbeitsmarkt nicht mehr nach ihnen schreit.

Die Gefahr ist latent, dass sie in die Sozialhilfe abrutschen. Dass der Kanton die Integrationsförderung zur Staatsaufgabe erklärt und die Gemeinden einen speziellen Beauftragten erhalten, ist nachvollziehbar.

Man kann sich fragen, ob die Stellen gleich flächendeckend geschaffen werden sollen. In Zuchwil aber, wo fast jeder Zweite keinen Schweizer Pass hat, muss die Integration vor Ort ein grösseres Gewicht erhalten.

Denn die Schule oder der Sozialdienst können bei Unstimmigkeiten am schnellsten reagieren. Etwa wenn Kinder nicht ins Skilager dürfen oder wenn ihnen der Schwimmunterricht verwehrt bleibt.

Natürlich wäre es ideal, wenn sämtliche Zuzüger aus eigener Initiative unser Wertesystem verinnerlichen. Kontrollen und Kosten würden so minimiert. Weil solch ein Automatismus aber nicht der Realität entspricht, müssen Menschen aus fremden Kulturkreisen motiviert werden, einen Job zu suchen oder Deutsch zu lernen.

Und weil Menschen auf Anreize reagieren, darf man bei der Nichteinhaltung von Regeln vor Sanktionen nicht zurückschrecken. Die Professionalisierung sollte selbst die härtesten Kritiker der «Sozialindustrie» überzeugen.

Wenn dank eines Integrationsbeauftragten auch nur ein einziger künftiger Sozialfall verhindert werden kann, hat sich der Aufwand bereits gelohnt.

christof.ramser@azmedien.ch

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