Die Konstellation sechs aus sieben ist eine Herausforderung für alle Parteien. Entsprechend befeuert sie ganz offensichtlich auch das Rennen ums Stöckli. Die derzeitigen Ständeherren Pirmin Bischof und Roberto Zanetti werden es mit der gebotenen Wachsamkeit zur Kenntnis nehmen.

Nach SVP-Mann Walter Wobmann will es nun also auch Marianne Meister von der FDP wissen. Ein Knaller ist es nicht, die Spatzen haben es schon länger von den Dächern gepfiffen. Schliesslich ist die freisinnige Personaldecke für derartige Vorhaben auffallend lichtdurchlässig.

Dennoch, die 52-jährige Buechibergerin als Notlösung zu sehen, das würde ihr nicht gerecht. Die Ladenbesitzerin, Gemeindepräsidentin, Kantonsrätin und Vorsteherin des kantonalen Gewerbeverbandes steht mit beiden Beinen auf dem Boden, ist politisch berechenbar und nicht unwichtig: Sie ist kommunikativ.

Marianne Meister hat gestern eine klare Ansage gemacht. Und wie es in diesem Geschäft nun einmal so ist, folgt darauf unweigerlich die Frage: Wird diese Frau den Männern den Meister zeigen können?

Sagen wir es doch folgendermassen: Den vermeintlich abonnierten, schmerzlich vermissten FDP-Ständeratssitz 2015 zurückzugewinnen, das traut sich kein männlicher Kandidat zu. Jetzt soll ein die Frau die Kohlen aus dem Feuer holen. Der Partei wird es bestimmt nicht schaden und Marianne Meister kann für künftige Aufgaben an politischer Statur nur gewinnen.